Eigene Cloud, ein Login – und kein Konzern dazwischen
Die Firmenablage liegt in einer fremden Wolke, die Anmeldung hängt am Konto eines Konzerns, und die Konstruktionszeichnung reist als Mail-Anhang zum Lieferanten. Wir holen alle drei ins eigene Haus – mit offenen Werkzeugen, die Ihnen gehören.
Die Herausforderung
Dateien in OneDrive, Logins über ein Konzernkonto, und für große Dateien an Partner nimmt jeder, was er privat gerade zur Hand hat. Das geht gut, bis jemand fragt, wo die Daten liegen und wer mitliest. Beim Umstieg wartet die zweite Falle: Ein neuer Cloud-Client ändert wenig, wenn jeder als Erstes „immer auf diesem Gerät behalten“ anklickt. Dann liegt die Firmenablage wieder vollständig auf zwanzig Laptops – nur diesmal ohne Konzern.
Was wir gebaut haben
- Eigene Cloud auf jedem Rechner: Nextcloud auf eigener Infrastruktur, der Client still auf alle Windows-Rechner verteilt, Serveradresse vorbelegt, überall dieselbe Version. Eine Richtlinie erzwingt Platzhalter-Dateien: Die Datei steht im Explorer, geladen wird sie erst beim Öffnen. Dass sich „immer lokal behalten“ nicht abschalten lässt, haben wir im Quelltext nachgelesen, statt es zu hoffen. Ein Skript gibt festgehaltene Dateien deshalb wieder frei.
- Ein Login für alles: Authentik als zentraler Identity-Provider. Intern ohne Zusatzabfrage, von außen mit zweitem Faktor. Ein Jahr Versionsrückstand haben wir in drei Sprüngen aufgeholt, jeder mit eigener Sicherung. 66 Benutzer, 17 Anwendungen und 102 Gruppen kamen vollzählig an.
- Austausch mit Partnern: eine getrennte, öffentlich erreichbare Cloud und ein Transferdienst für SFTP und Browser (SFTPGo). Mitarbeiter melden sich mit dem Firmen-Login an, Partner mit eigenen Konten. Jede Datei geht durch den Virenscanner und ins Protokoll – die Test-Virusdatei landete wie bestellt in der Quarantäne.
- Interne Apps hinter dem Login, trotzdem flott: Ein festes Muster bindet neue Web-Anwendungen samt Anmeldung in wenigen Schritten an. Statische Dateien werden komprimiert und zwischengespeichert, statt bei jedem Abruf einzeln am Login vorzusprechen. Eine App lädt heute 1,1 statt 3,8 MB.
- Netzlaufwerke mit Selbstheilung: Wo klassische Freigaben bleiben, prüft ein Wächter laufend und tritt notfalls selbst wieder der Domäne bei.
Was es bringt
Ehrlich vorweg: Die OneDrive-Ablöse ist ein Pilot. Der Client läuft auf allen 18 erreichbaren Rechnern in derselben Version mit aktiver Richtlinie. Vorher war er bei genau drei Personen eingerichtet, in drei Versionen. Als Nächstes folgt die Kontoeinrichtung je Benutzer. Single Sign-on, Partneraustausch und die internen Apps laufen dagegen längst im Alltag.
Die Bestandsaufnahme am Server zeigte, wo der größere Hebel liegt: 36 GiB in privaten Ordnern, 6,5 GiB in gemeinsamen, keine einzige Speicherquote. Das ist keine Technikfrage mehr, sondern eine Ablageregel – und die gehört mit auf den Plan.
Für wen das passt
KMU und Produktionsbetriebe, die Dateien, Anmeldungen und den Austausch mit Kunden und Lieferanten selbst in der Hand haben wollen. Besonders, wenn Lizenzen ohnehin auf dem Prüfstand stehen oder Partnerdaten bisher per Mail-Anhang reisen. Betrieb auf eigener Hardware oder in einem europäischen Rechenzentrum.