Odoo-Termine im Handy-Kalender – und wieder zurück
Odoo Community hat einen Kalender. Das Handy hat auch einen. Geredet haben die beiden bisher nur über Google – oder über eine Kalenderdatei, die man von Hand hin- und herträgt.
Die Herausforderung
Wer Odoo Community 18 nutzt, plant Termine im ERP und lebt trotzdem im Handy-Kalender. Dazwischen fehlt die Brücke. Die freien Module für Version 18 können Kalenderdateien exportieren und importieren – Termine zum Selbertragen. Ein verfügbares Fremdmodul synchronisiert zwar, löscht aber nichts, kennt keine Abfrage nach Zeitraum, erkennt Termine an Titel und Uhrzeit und stellt nebenbei die Anmeldung der ganzen Odoo-Instanz auf Passwort um. Bleibt der Umweg über einen Google-Kalender. Dann liegen die Firmentermine bei einem Konzern, der sie nicht braucht.
Was wir gebaut haben
dd_caldav, ein eigenes Odoo-Modul, das Odoo zum CalDAV-Server macht. CalDAV ist der offene Standard, mit dem Kalender-Apps lesen und schreiben. Der Client findet den Kalender selbst, fragt nach Zeitraum ab, legt an, ändert und löscht. Jede Änderung trägt eine Versionskennung, damit zwei gleichzeitige Bearbeitungen sich nicht still überschreiben.
Die eigentliche Arbeit steckt in Serien. Ein wöchentlicher Termin geht als ein Objekt hinaus: die Regel, gelöschte Termine als Lücke, einzeln verschobene als eigene Abweichung. Dazu die Zeitzone samt Umstellungsregeln – sonst rutscht der Jour fixe Ende Oktober um eine Stunde. Kommt eine geänderte Serie vom Handy zurück, übernimmt das Modul nur die Unterschiede. Die Odoo-Termine bleiben dieselben Datensätze, Verknüpfungen zu CRM und Aktivitäten bleiben hängen.
Angemeldet wird mit Odoo-Login und persönlichem API-Schlüssel, nicht mit dem Passwort. Die Prüfung sitzt nur im Kalender-Zugang, der Rest von Odoo bleibt unberührt. Jede Person sieht die Termine, an denen sie beteiligt ist. Und ein Termin vom Handy verschickt keine Einladungen an das halbe Adressbuch.
Was es bringt
Ein Termin entsteht dort, wo man gerade ist, und steht danach auch auf der anderen Seite. Im echten Lauf schrieb ein Kalender-Synchronisationsdienst 55 Termine nach Odoo, ohne einen Fehler; der nächste Lauf meldete: nichts zu tun. Gelöscht wurde in beide Richtungen, eine Endlosschleife gab es nicht. Abgesichert ist das mit neun automatischen Tests im Modul, 24 Prüfschritten gegen den laufenden Server und acht weiteren mit einer unabhängigen CalDAV-Bibliothek.
iPhone, Thunderbird und Android über DAVx⁵ sprechen denselben Standard. Ein eigener Testlauf auf diesen Geräten steht noch aus – das schreiben wir lieber hin, als es wegzulassen. Das Modul läuft bei uns im Alltag und steht unter AGPL-3.
Für wen das passt
Für Unternehmen auf Odoo Community 18, deren Leute Termine am Handy sehen und anlegen wollen, ohne den Firmenkalender über Google zu schleusen. Und für alle, die eine Lücke im freien Odoo lieber schließen, als um sie herum zu planen.