Einen Satz ändern, zehn Etiketten druckfertig
Produktetiketten wohnen meist in einer Grafikdatei pro Sorte, und jede Pflichtangabe wird zehnmal von Hand nachgezogen. Unser Generator macht daraus ein Formular: Text ändern, Druckdatei holen, fertig.
Die Herausforderung
Eine kleine Feinkost-Manufaktur aus dem eigenen Haus, zehn Sorten im Glas, jede mit eigenem Etikett. Gestaltet wurden sie einmal sauber im Layoutprogramm. Seither ist jede Änderung Handarbeit: neue Charge, neues Mindesthaltbarkeitsdatum, ein geänderter Satz bei den Herstellerangaben – zehnmal. Wer eine Datei vergisst, merkt es am Regal. Wer falsch exportiert, bekommt Post von der Druckerei: Farbprofil? Schriften? Wo ist die Schneidelinie?
Was wir gebaut haben
Ein schlankes Web-Werkzeug. Die zehn Etiketten haben wir aus den alten Druckdateien zerlegt: Maße, Farben, Schriften, Zeilenumbrüche. Daraus wurden Vorlagen, die ein eigener Satz-Motor wieder zu Druckdateien zusammensetzt – als PDF/X-3 mit eingebettetem Farbprofil, allen Schriften an Bord, dem Strichcode als Vektor und der Stanzkontur als eigener Schmuckfarbe, die der Schneideplotter erkennt.
Gepflegt wird in einem Formular. Was für alle Sorten gilt – Nährwertbezeichnungen, Lagerhinweis, Herstellerangaben –, steht genau einmal drin. Bevor eine Änderung gespeichert wird, setzt das Werkzeug sie probeweise auf alle zehn Etiketten. Passt sie auf eines nicht, wird nichts gespeichert, und die Meldung sagt, auf welchem und warum. Nebenbei rechnet es die Prüfziffer des Strichcodes nach, besteht darauf, dass das Mindesthaltbarkeitsdatum im Lagerhinweis steht, und lehnt Zeichen ab, die die Schrift nicht kennt.
Jede Druckdatei landet mit Vorschaubild und Änderungsliste in einer Versionsgeschichte. Welche Charge mit welchem Text gedruckt wurde, lässt sich auch in drei Jahren noch nachschlagen. Vor dem Formular stehen zwei Anmeldungen hintereinander.
Dazu kam eine Bild-Pipeline: Die Gläser auf den Studiofotos wurden freigestellt, das alte Etikett digital abgelöst und neue Entwürfe perspektivisch auf die Wölbung gerechnet. Eine neue Sorte sieht man so als Produktfoto, bevor sie gedruckt ist.
Was es bringt
Neue Charge, neues Datum: zwei Felder, ein Klick, fertige Druckdatei. Fehler in Pflichtangaben fallen auf, bevor ein Bogen bedruckt ist, nicht erst im Regal. Die Fragen, die sonst die Druckerei stellt, stellt jetzt die Software – vorher. Einen Andruck ersetzt das nicht; den letzten Blick behält die Druckerei. Das Layoutprogramm darf sich wieder um Gestaltung kümmern statt um Ablaufdaten.
Für wen das passt
Für Manufakturen, Hofläden und Händler mit mehreren Sorten oder Größen, die ihre Etiketten heute in Grafikprogrammen von Hand nachziehen. Ausgangspunkt ist das vorhandene Design: Das Werkzeug ersetzt die Fleißarbeit, nicht die Grafikerin.