Shop umgezogen. Links, Konten und Passwörter sind mitgekommen.
Ein Shopumzug scheitert selten am neuen Shop. Er scheitert an tausend alten Adressen, die plötzlich ins Leere zeigen, und an Stammkunden, die ihr Passwort nicht mehr wissen.
Die Herausforderung
Ein Online-Händler für Energietechnik war aus seinem Werkzeugkasten herausgewachsen: WooCommerce mit vielen Plugins für den Shop, ein eigenes Programm für Rechnungen, Online-Banking daneben und Excel-Listen, die das alles täglich zusammenhielten. Odoo sollte das ersetzen. Die Sorge war nicht das neue System, sondern der Umzug: Jahrelang gesammelte Google-Treffer, Preisvergleichs-Feeds, Links in Foren – und ein paar tausend Kundenkonten, deren Besitzer beim ersten Login nach dem Wechsel nur eines denken sollten: nichts.
Was wir gebaut haben
- Jede alte Adresse bekommt ein Ziel. Rund 500 Weiterleitungen führen alte Produkt-, Kategorie- und Blogadressen auf die passende neue Seite – nicht pauschal auf die Startseite. Dazu wurden über 1.800 Textlinks umgestellt, Bilder übernommen und die alten Feeds unter ihrer alten Adresse weiterbetrieben.
- Das alte Passwort gilt weiter. Ein kleines Modul prüft beim ersten Login den WordPress-Passwortschlüssel und legt das Passwort danach im Odoo-Format ab. Unterwegs zeigte sich eine Falle: Odoo verwirft solche fremden Schlüssel bei jedem Modul-Update stillschweigend – auf dem Testsystem waren so über 2.000 Passwörter weg. Ein Schutzmechanismus verhindert das jetzt.
- Die Vergangenheit zieht mit. Rechnungshistorie aus dem alten Fakturaprogramm, dazu zehn Jahre Verkäufe und Seriennummern eines übernommenen Händlers – mit Abgleich der Jahressummen gegen die Quelle.
- Der Katalog wird aufgeräumt. Nach dem Import standen Hunderte Produkte doppelt im Shop. Welcher Zwilling bleibt, entschied nicht der Name, sondern ein verlässliches Signal: Bestellhistorie und Originalbild aus dem alten Shop.
- Der Shop gehört zum ERP. Eigenes Design nach Vorlage, Lieferzeit aus dem echten Lager, Nettopreise für Händler, am Handy wischbar und barrierearm. Zahlungseingänge holt Odoo nebenbei per EBICS direkt von der Bank.
Was es bringt
Die Feeds entstehen in sechs statt 460 Sekunden. Über 2.500 Altrechnungen kamen ohne einen Cent Abweichung herüber. Fast 3.000 Kundenkonten melden sich mit ihrem bisherigen Passwort an, ohne Rundmail und ohne „Passwort vergessen“. Doppelte Produkte im Shop: null – ohne einen einzigen Artikel mit Bestellungen anzufassen. Und weil der neue Shop parallel zum alten lief, wurde jede Weiterleitung geprüft, bevor die Domain überhaupt umzieht.
Für wen das passt
Für Online-Händler, deren Shop, Rechnungsprogramm und Lager über Excel miteinander reden – und die wissen, dass ihr bestes Marketing aus alten Links und treuen Stammkunden besteht. Ein Umzug ist dann gelungen, wenn ihn draußen niemand bemerkt.