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Eigene Lösung · ODOO & ERP

Wenn die Bilanz 42 Sekunden lädt

Ein ERP wird selten auf einmal langsam. Es wird langsam, wie ein Keller voll wird: Kiste für Kiste, bis keiner mehr zur Tür kommt.

DomainOdoo & ERP
KategorieEigene Lösung
Bilanz42 s → 0,17 s
Partner-Kontenblatt163 s → 4,9 s (≈ 33×)
Antwortzeit (p95, Kernzeit)≈ 4 s → 0,06–0,24 s
Ladepaket beim Start12 MB → 1,9 MB
FürBetriebe mit selbst betriebenem Odoo
StatusIm Einsatz

Die Herausforderung

Ein Produktionsbetrieb hatte ein selbst betriebenes Odoo, das im Alltag zäh geworden war. Die Bilanz brauchte 42 Sekunden, das Partner-Kontenblatt fast drei Minuten – genug Zeit für einen Kaffee, nicht genug für die Geduld der Buchhaltung. Zu Stoßzeiten dauerte ein Klick rund vier Sekunden, an schlechten Tagen kamen Zeitüberschreitungen dazu. Das naheliegende Rezept wäre ein größerer Server gewesen. Die Messung sagte etwas anderes: Prozessor und Datenbank hatten Luft.

Was wir gebaut haben

Zuerst Messpunkte, dann Änderungen. Jede Anfrage bekam ihre Laufzeit ins Log, die Datenbank eine Statistik ihrer teuersten Abfragen. Danach drei Fronten:

  • Berichte: Die Finanzberichte prüften jedes Konto in Programmschleifen gegen alle Buchungszeilen. Wir haben sie auf gruppierte Datenbankabfragen umgebaut und alt gegen neu auf den Cent gegengeprüft, bevor jemand den neuen Zahlen trauen musste.
  • Laden: Das Paket, das der Browser beim Start holt, war auf 12 MB angewachsen und kam unkomprimiert. Kompression am Proxy, selten gebrauchte Bibliotheken erst bei Bedarf, ein schweres Dashboard-Fremdmodul durch ein schlankes eigenes ersetzt.
  • Betrieb: Die eigentliche Alltagsbremse waren Worker, die ständig neu starteten – zu 83 % ausgelöst von KI-Werkzeugen, die sich fast zweimal pro Sekunde neu verbanden. Dazu Worker-Grenzen angepasst, Schreib-Log und Checkpoints der Datenbank auf die Platten abgestimmt, gezielte Indizes gesetzt und Testläufe auf einen eigenen Datenbank-Cluster ausgelagert.

Nicht alles, was nach Hebel aussah, war einer: Ein vermeintlich fehlender Index brachte nichts und flog wieder raus. Auch das gehört zum Messen.

Was es bringt

Die Bilanz steht in 0,17 Sekunden da, das Partner-Kontenblatt in knapp fünf statt 163. Der Browser lädt beim ersten Aufruf 1,9 statt 12 MB. Das 95. Perzentil der Antwortzeit liegt in der Kernzeit bei 0,06 bis 0,24 Sekunden statt bei vier – ohne Zeitüberschreitungen, ohne Serverfehler. Ein Wächter meldet seither Latenzspitzen, Neustarts während der Arbeitszeit brauchen eine ausdrückliche Freigabe, und weil nur ausgerollt wird, was die Tests besteht, bleibt das Tempo kein einmaliger guter Tag.

Für wen das passt

Für Betriebe mit selbst betriebenem oder stark angepasstem Odoo, in denen Berichte zur Kaffeepause werden und Listen beim Scrollen nachdenken. Zum Anfangen braucht es keinen neuen Server – nur Lesezugriff auf Logs und Datenbank und jemanden, der sagt, welcher Klick am meisten nervt.

TechnikOdoo 18 · PostgreSQL · Proxmox VE · Docker / LXC
Passt zuHandwerks- & KMU-Betrieb · Industrie- & Produktionsbetrieb · Effizientere Workflows · Betrieb, Support & SLA
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