330 KI-Fehler gefunden, bevor sie jemand nachkocht
wildfind ist unsere eigene Plattform für Wild- und Gartenpflanzen, Rezepte und naturnahes Leben. Ein Teil der Texte stammt von einer KI – also haben wir jeden davon prüfen lassen, bevor jemand Arnika-Tee trinkt, weil eine Maschine ihn empfohlen hat.
Die Herausforderung
Eine über Jahre gewachsene Pflanzen- und Rezeptseite: inhaltlich stark, technisch auf einem alternden Drupal. Dazu rund 1.800 Texte, die eine KI geschrieben hatte – Fun Facts, Anwendungen, Heilrezepte. Die meisten stimmten. Einige nicht, und bei Giftpflanzen ist „meistens“ keine Qualitätsstufe. Gleichzeitig verschenkte die Seite Sichtbarkeit: Google durfte kein einziges Bild sehen, und wer in Deutschland „Aprikose“ suchte, landete nicht bei einer Seite, die nur „Marille“ sagt.
Was wir gebaut haben
- Neuer Unterbau: SvelteKit vorne, Directus als Redaktionssystem, PostgreSQL und Meilisearch dahinter, ein eigenes Design-System mit Saisonfarben. Beim Umbau blieben Adressen und Metadaten per Abgleich, wie sie waren.
- Faktencheck mit Agenten: Unabhängige KI-Agenten recherchierten jede der 1.759 maschinell erzeugten Aussagen im Web nach. 330 flogen raus: 6 gefährlich, 79 falsch, 245 nicht belegbar. Gefährlich hieß etwa: Arnika- oder Akelei-Tee zum Trinken. Entfernt wurde durch Abschalten, nicht durch Neuschreiben – eine KI repariert keine KI-Medizin. Jeder Eingriff ist markiert und umkehrbar.
- Herkunft sichtbar: Jeder ungeprüfte KI-Text trägt ein Kennzeichen, bis die Redaktion ihn im eigenen Freigabe-Dashboard übernommen hat – angelehnt an die Transparenzpflichten des EU AI Act. Strukturierte FAQ-Daten gehen erst nach der Freigabe an Google.
- Sichtbarkeit repariert: Das Redaktionssystem sperrte per Werkseinstellung seinen ganzen Bild-Server für Suchmaschinen. Eine Zeile Konfiguration. Dazu eine Dialekt-Brücke, die zur Marille die Aprikose nennt, ein Bereich mit 29 essbar-gegen-giftig-Doppelgängern, strukturierte Daten für Rezepte und FAQ, crawlbare Links statt Klick-Ergebnissen und eine robots.txt, die KI-Suchmaschinen ausdrücklich hereinbittet.
- Messen statt raten: selbst gehostete Webanalyse, eigene Search-Console-Anbindung mit Ausgangswert, Bot-Filter.
Was es bringt
Fast 2.900 Seiten stehen in der Sitemap, über 1.100 davon Pflanzenporträts. Rund 7.000 Besuche im Monat, mehr als die Hälfte über Suchmaschinen – ohne Werbebudget. Vier Wochen nach dem Bild-Fix zählte Google über 30.000 Bild-Impressionen; vorher war die Tür zu. Und keine Giftpflanze wird mehr zum Tee erklärt, nur weil eine Maschine es so formuliert hat.
Für wen das passt
Verlage, Wissens- und Ratgeberportale, die KI-Texte einsetzen oder geerbt haben und wissen wollen, was davon stimmt. Betreiber gewachsener Content-Plattformen, deren Inhalt gut ist, aber bei Google nicht ankommt. Wir zeigen es an einem Produkt, für das wir selbst geradestehen – mit echten Besucherzahlen statt einer Folie.